Pferd | Information für Kinder | Anna und die Haustiere


. Untertitelung: BR 2019 Hallo, Leute. Die meisten stellen sich
unter einem Haustier etwas Kleines, Süßes,
Kuscheliges vor, das man am besten so richtig
schön in den Arm nehmen kann. Außerdem sollte es
in die Wohnung passen. Also darf es nicht zu groß sein. Das Tier, um das es heute geht,
ist aber richtig groß. Trotzdem wünschen es sich viele
als Sportsfreund. Es braucht sogar ein eigenes Haus,
also einen Stall. Jetzt wisst ihr bestimmt schon,
um wen es geht, oder? Na klar, um das Pferd.
Sieht toll aus, oder? Jetzt werden einige von euch sagen: “Ein Pferd, das ist doch gar kein
richtiges Haus- oder Heimtier, denn es kann auch für verschiedene
Sportarten genutzt werden.” Zum Beispiel bei der Dressur. Ja, das stimmt schon: Pferd ist
sowohl Nutztier als auch Haustier. Aber bevor es richtig losgeht,
hab ich für euch eine Quizfrage: Die Antwort gibt’s wie immer
am Ende der Sendung. Jetzt gibt’s erst mal
ein paar tolle Infos für euch: Pferde wurden
vor langer Zeit gezähmt, um mit ihrer enormen Kraft
den Menschen zu helfen. Zum Beispiel beim Transport.
Heute übernehmen das Lkw und Autos. Das Pferd ist nun
zum Sporttier geworden und zu einem treuen Freund
und Begleiter. Man sollte sich schlau machen,
welches Pferd zu einem passt. Für Anfänger eignen sich Pferderassen
mit einem ruhigen Gemüt, beispielsweise Haflinger. Ich bin heute
in der Nähe von Würzburg. Hier treffe ich mich mit Nina. Hi, Nina.
Wer ist denn das? Das ist die Quicket,
die Haflingerstute. Das ist dein Pferd? Nein, leider nicht.
Das kann ich mir nicht leisten. Du hast eine Reitbeteiligung?
– Genau. So ein Pferd kann ganz schön
ins Geld gehen. Hier mal die Kosten für ein Pferd: Quicket gehört Ute,
sie hat das Pferd gekauft. Für ihr Pferd braucht sie Zubehör,
z.B. einen Sattel. Hinzu kommen weitere Kosten
für Stallmiete und Futter. Nina könnte sich kein Pferd leisten,
darum hat sie eine Reitbeteiligung. Sie beteiligt sich mit Arbeit
und etwas Geld am Pferd. Was bezahlt man
für eine Reitbeteiligung? Zwischen 20 und 50 Euro im Monat. Du musst aber auch mithelfen
beim Putzen und Stallausmisten? Ja, ich komm dreimal in der Woche,
um zu helfen und auszumisten. Du darfst jederzeit kommen,
wenn du Lust hast? Ich kann immer kommen,
wenn ich die Pferde sehen will. Wie alt muss man sein
für eine Reitbeteiligung? Es empfiehlt sich,
dass man reiten kann. Reiten kann man
ab 6 – 7 Jahren lernen. Alles klar. Ich würde am liebsten
die Quicket streicheln, geht das? Ja, klar. Die sieht toll aus,
ganz schönes glänzendes Fell. Wie nähere ich mich am besten
einem Pferd? Du streckst ihr die Hand entgegen,
dass sie auf dich aufmerksam wird. Jetzt hat sie mich gerochen
und jetzt kann ich streicheln? Ja. Mit Pferden kann man
richtig schmusen. Man soll sich einem Pferd
nicht von hinten nähern, weil das ausschlagen
und sich erschrecken kann? Ja, weil es dich nicht sieht
und alles plötzlich kommt. Jedes Pferd hat seine eigene Box? Genau, und zusätzlich braucht man
den Auslauf, der ist draußen. Der Auslauf kann direkt an der Box
angrenzen oder als Extraplatz eingezäunt sein. Der Boden sollte
aus festem Sand bestehen. Einfache Erde würde bei Regen
zu Matsch werden. Außerdem benötigen Pferde
eine große Koppel. Sie wollen sich bewegen
und lieben es zu grasen. Pferde sind Herdentiere
und brauchen die Gemeinschaft. Wem gehören die anderen Pferde?
– Die gehören anderen Pferdehaltern, die meisten haben
eine Reitbeteiligung. Das ist super. Jeder hilft jedem. Genau, du kannst mir auch helfen,
die Boxen auszumisten. Vor dem Reinigen muss Quicket
aus ihrer Box geführt werden, denn sonst wäre es zu eng. Für Quicket könnte das unangenehm
werden. Sie könnte ausschlagen. Täglich muss man ausmisten, Quicket macht am Tag
15 solcher Haufen. Eine schöne große Portion
Pferdeäpfel. Sie haben zwar die Form von Äpfeln,
aber sie riechen nicht so. Ich bin mir sicher,
sie schmecken nicht nach Äpfeln. Probieren will ich’s nicht. Das Pippi entfernt man
mit dem verschmutzten Stroh. In die Box
kommt frisches Stroh hinzu. Das Stroh ist ein weicher und
wärmender Untergrund für das Pferd. Legen die sich hin
oder schlafen die im Stehen? Um tief und entspannt zu schlafen,
legen die sich ins Stroh. Wenn sie dösen wollen,
dann bleiben sie stehen. Zur täglichen Arbeit gehört
das Putzen: Mit einem Striegel löst man den
groben Schmutz und die losen Haare. Anschließend streicht man
mit einer Kardätsche, die Haare und den Staub aus dem Fell. Der Quicket scheint es zu gefallen,
die genießt es richtig? Ja, das ist wie eine Massage. Dadurch bekommst du mehr Kontakt
und Vertrauen zu ihr. Jetzt kommen wir
zum Hufe-Auskratzen. Dazu fährst du mit deiner Hand
an der Innenseite nach unten, dann hebt er den Huf von alleine. Darf ich es auch mal ausprobieren?
– Ja. Ich kündige mich damit an,
nicht erschrecken. So, das funktioniert gut. Pferdeäpfel im Huf
könnten diesen entzünden. Dann hinkt oder lahmt das Tier. Darum sollte man täglich
die Hufe auskratzen. Hier kann man das Hufeisen sehen.
Das soll Glück bringen. Wofür brauchen die Pferde Hufeisen? Eigentlich braucht man die nicht,
wenn die auf der Erde laufen. Wenn die auf dem Asphalt laufen,
nutzen die Hufen sich ab. Wenn es schlimm ist, kann es sein,
dass sie nicht mehr laufen können und lahmen.
– Und Schmerzen haben. Wie alt wird ein Pferd?
– Ungefähr 25 Jahre. Da kommt Ute,
die Besitzerin der Quicket. Wenn du willst,
kannst du mir beim Füttern helfen. Sehr gerne. Pferde fressen Heu.
– Ganz viel Heu. Diese Menge frisst Quicket
an einem Tag. Dann brauchen die Pferde noch
Kraftfutter, beispielsweise Hafer. Dazu eine Tasse voll Mineralfutter
für den Aufbau von Knochen und Hufen. Zusätzlich können die Tiere
getrocknetes Brot fressen. Ganz schön hart. Frisches Brot
verursacht bei Pferden Bauchweh. Zuckerwürfel sollten sie
auch nicht fressen. Davon bekommen sie
an den Zähnen Karies. Als Leckerli
kann man ihnen Äpfel geben. Pferde brauchen Salz,
das lecken sie an so einem Stein ab. Wenn das Tier Durst hat, löst es mit dem Maul im Tränkbecken
den Wasserzulauf aus. So, dann ist das Futter
in allen Boxen verteilt. Bekommen alle Pferde
das gleiche Futter? Im Großen und Ganzen schon. Quicket bekommt viel Heu
und wenig Kraftfutter, weil sie davon zu dick
und auch krank werden würde. Okay, warum versorgst du Quicket
nicht allein? Ich könnte sie schon
alleine halten. Aber es geht auch drum,
die Arbeit zu machen und sie täglich zu bewegen
und zu reiten. Das könnte ich als berufstätige
Mutter nicht alleine leisten. Da kommt eine Reitbeteiligung
wie Nina richtig. Du musst ihr viel Vertrauen
entgegenbringen. Sie kümmert sich schließlich
um dein Pferd. Richtig,
ich bring Nina viel bei und dadurch seh ich,
wie sie mit dem Pferd umgeht. Für mich ist es auch gut. Ich kann testen, ob eine
Reitbeteiligung etwas für mich ist. Wenn’s mir nicht gefällt,
kann ich jederzeit aussteigen. Super, jeder zieht Positives daraus.
– Ja, absolut. Und was machen wir jetzt? Jetzt gehen wir zum Ausreiten.
– Ja, super. Hast du Lust?
– Da hab ich total Lust drauf. Zum Reiten sattelt man das Pferd
und zäumt es auf. Außerdem braucht man
die richtige Kleidung: Eine Reithose mit Lederbesatz, der verhindert,
dass man im Sattel rutscht. Feste Reitschuhe, einen Helm und Rückenschutz,
falls man runterfällt und Handschuhe. Geschafft. Fühlt sich super an. Ich hab eine
Aussicht, die ich sonst nicht habe, weil ich relativ klein bin. Noch bin ich unsicher. Ich hoffe,
das legt sich im Laufe des Reitens. Aber ich bin bereit. Ich trage als Einzige
einen Rückenschutz, da ich noch nicht sicher
im Sattel sitze. Ute und Nina
reiten schon seit Jahren, dennoch verzichten sie nie
auf den Helm. Ute hat mich aus Sicherheitsgründen
an einem Führstrick, denn ich bin keine geübte Reiterin. Wenn sich Quicket erschrecken
und davongaloppieren würde, dann könnte ich sie nicht
unter Kontrolle bringen und würde runterfallen.
Das wäre nicht gut. So fühle ich mich sicherer. Um reiten zu lernen,
muss man Unterricht nehmen. Je nach Talent braucht man
unterschiedlich lange, bis man sicher im Sattel sitzt. Das ist ein ganz tolles Gefühl
hier oben drauf. Man hat eine andere Beziehung
zu dem Pferd. Man fühlt sich wie eins
mit dem Pferd, toll. Jetzt heißt es:
absatteln und Hufe kontrollieren. Steinchen könnten sich darin
verklemmt haben und Quicket drücken. Die Haflingerstute hat Hunger
und haut ordentlich rein. Ein Pferd macht Arbeit,
aber man hat auch viel Spaß. Auf jeden Fall. Es ist cool, dass
man viel an der frischen Luft ist und dabei Sport treibt.
– Das find ich auch. Ein Pferd ist der Traum
von ganz vielen Kindern und ich find’s auch ziemlich toll,
aber es ist auch ganz schön teuer. Zunächst die Anschaffungskosten: Einen ausgebildeten Haflinger
bekommt man ab 2000 Euro. Andere Pferderassen sind noch teurer. Zubehör für die Haltung
und Pflege liegt bei 100 Euro. Zum Ausreiten braucht man einen
Sattel, macht mindestens 300 Euro. Für weiteres Zubehör wie Zaumzeug
zahlt man rund 200 Euro. Anschaffungskosten:
mindestens 2600 Euro. Jetzt zu den Haltungskosten pro Jahr: Eine Pferdebox kann man mieten
für etwa 3600 Euro im Jahr. Darin sind oft
die Futterkosten enthalten. Alle 8 Wochen kommt der Hufschmied. Für das Beschlagen der Hufe
zahlt man im Jahr rund 500 Euro. Zusätzlich braucht man
eine Pferde-Haftpflicht-Versicherung: Das Tier könnte aus Versehen etwas
beschädigen oder jemanden verletzen. Dann übernimmt diese Versicherung
die anfallenden Kosten. Dafür zahlt man rund 150 Euro. Tierarztkosten, z.B. Impfungen,
liegen bei rund 100 Euro. Also insgesamt: 4350 Euro pro Jahr
an Haltungskosten. Aber durch eine Reitbeteiligung
wird alles viel günstiger. Da man im Monat nur
zwischen 20 und 50 Euro zahlen muss und Anschaffungskosten fallen weg. Das Einzige, was man zahlen muss,
sind die Reitklamotten. Reitkleidung gibt’s ab 200 Euro. Für Reitunterricht zahlt man
pro Stunde zwischen 15 und 20 Euro. Gute Schüler
brauchen etwa 20 Stunden, um mit ausreiten zu können. Und jetzt noch mal
alle Infos zu den Pferden. Die gibt’s auch im Internet: Wie viel Platz brauchen Pferde? Ein Pferd braucht eine Box,
einen Auslauf und eine Koppel. Wie pflegt und hält man ein Pferd? Ute muss täglich ausmisten
und das Tier bewegen. An den Tagen von Ninas
Reitbeteiligung übernimmt Nina das Programm. Ute könnte auch mehrere
Reitbeteiligungen annehmen, um sich noch mehr zu entlasten. Was frisst ein Pferd? Pferde fressen Heu und Kraftfutter. Kuscheln Pferde gern? Mit Pferden kann man schön schmusen. Was Kostet ein Pferd? Ute zahlte 2600 Euro für Pferd
und Reitausrüstung. Dazu kommen noch über
4000 Euro Haltungskosten pro Jahr. Auf Nina entfallen nur 20 Euro
im Monat und ihre Reitkleidung. Jetzt wird sich gewälzt,
ist aber okay. Am Ende des Tages muss man
nicht mehr so schön aussehen. Vielen Dank.
Ich hab einiges bei dir gelernt. Ich hatte viel Spaß,
war viel an der frischen Luft. Bevor ich gehe,
hab ich eine Quizfrage: Ich würde sagen: B, aus Horn. Richtig, die Hufe bestehen aus Horn
wie unsere Fingernägel. Wir sehen uns beim nächsten Mal.
Bis dahin. Servus. Untertitelung: BR 2019

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